Presse und Archiv - Verein

Archiv: 110 Jahre Sport beim SC 09 Effelder e.V.

Teil 1: Der Sportverein bis 1990

Effelder – Der Sportclub Effelder 09 feiert in wenigen Wochen mit einer Festwoche (15. Juni bis 23. Juni) sein 110 Jähriges Vereinsjubiläum.

Die ersten urkundlichen Erwähnungen über den Sport in Effelder reichen allerdings viel weiter zurück, denn am 11. Juni 1870 wurde der Turnverein Effelder gegründet. Des weiteren gab es einen Radsportverein, dessen Bannerweihe 1908 stattfand.

Mit Gründung des Deutschen Fußball Bundes 1900 wurde der Fußballsport im Laufe der Zeit immer bekannter. 1908 schlossen sich zehn Vereine aus den Landkreisen Sonneberg, Hildburghausen, Kronach zum Verband Thüringisch-Fränkische Ballvereinigung zusammen. Erst im Jahre 1919 gesellte sich auch der SC 09 Effelder hinzu, obwohl der Verein bereits am 28. April 1909 in Blatterndorf gegründet wurde.

Am 24. Oktober 1910 fand das erste Fußballspiel auf dem „Lindig“ (Blatterndorfer Grund) gegen Eisfeld statt. Effelder gewann 2:0. Das Grundstück des Sportplatzes „Lindig“ stellte der Bauer Karl Schwesinger aus Blatterndorf zur Verfügung. Hier wurde bis 1923 gespielt.

In den Jahren 1922/23 befasste sich der Vorstand mit der Möglichkeit, einen Sportplatz am Rande des Ortes zu schaffen. Es bot sich eine günstige Gelegenheit am Ortsausgang von Blatterndorf. Das benötigte Grundstück gehörte vier Eigentümern. Mit den Grundstücksbesitzern wurden Verhandlungen aufgenommen und ein Pachtvertrag erar­beitet, wonach der SC den Eigentümern 100 Zentner Heu oder 400 Mark zu zahlen hatte. Die Hauptversammlung am 2.7.1923 beschloss, den Pachtvertrag anzunehmen, und nun konnte mit dem Bau des Sportplatzes begonnen werden. Die Mitglieder des Sportclubs gingen mit viel Elan und Arbeitsfreude an dieses Vorhaben. Es war sodann möglich, den Spielbetrieb in unmittelbarer Nähe des Dorfes durchzuführen.

In der Zeit vom 31. August bis 3. September 1923 wurde der neue erworbene Sportplatz in Blatterndorf eingeweiht. Die Sportfreunde Anton und Albin Luther wurden für ihre Verdienste um den Erwerb des neuen Sportplatzes als Ehrenmitglieder aufgenommen. Sie waren die ersten Ehrenmitglieder des Vereins.

Die 1. Fußballmannschaft wurde in die Klasse 1b des Verbandes mitteldeutscher Ballvereine Gau Südthüringen eingeteilt. Am 6. Juli 1923 erfolgte die Einweihung des Sportplatzes in Hönbach. Der SC 09 Effelder gewann dabei gegen den SC Oberlind (Gauliga) mit 2:1.

Im gleichen Jahr wurde die Mannschaft des SC 09 Effelder Meister der Klasse 1b. Das Aufstiegsspiel konnte gegen SC Jahn Lauscha in Neustadt mit 3:0 gewonnen werden.

Groß war die Freude, nicht nur für die Fußballer - ganz Effelder feierte mit. Die Mannschaft wurde von der Blaskapelle des Effelder Musikvereins am „Krummen Stein“ empfangen. Mit Musik und viel Lärm wurden die Spieler zum Vereinslokal „Zum Löwen“ gebracht.

Die sogenannte “Wundermannschaft” holte sich 1930 den Kreismeistertitel und stieg nach einem 4:2 gegen Sportring Sonneberg in die höchste Spielklasse Südthüringens (1a) auf. In dieser Liga spielte Effelder bis 1933.

1931 / 32 (Gauliga Südthüringen)

SC 09 Effelder  - SV 08 Steinach 2:3 1:8
Spvg. Neuhaus/Igels. - SC 09 Effelder 1:2 1:2
 FC Köppelsdorf - SC 09 Effelder 1:6 2:2
SC 06 Oberlind - SC 09 Effelder 3:3 1:2
SC 09 Effelder - SC 04 Sonneberg 3:1 0:1
SC 09 Effelder - FC 07 Lauscha 0:2 1:1
VfL 07 Neustadt - SC 09 Effelder 0:0 4:1
Viktoria Coburg - SC 09 Effelder 3:2 3:0
VfB Coburg - SC 09 Effelder 1:0 5:2

Tabelle

1. SV 08 Steinach 18 42:18 29:7
2. VfL 07 Neustadt 18 40:20 26:10
3. VfB Coburg 18 39:20 24:12
4. FC 07 Lauscha 18 31:28 19:17
5. SC 06 Oberlind 18 28:31 17:19
6. SC 09 Effelder 18 29:41 14:22
7. SC 04 Sonneberg 18 27:32 13:23
8. Viktoria Coburg 18 28:40 13:23
9. Spvg. Neuhaus 18 24:37 13:23
10. FC Köppelsdorf 18 22:42 12:24

Nach dem 2. Weltkrieg konnten die Effelder Fußballer an die guten Leistungen der Vergangenheit anknüpfen. Der Kreismeistertitel und der Aufstieg in die Bezirksklasse gelang 1954.

Anlässlich der 100 Jahr-Feier des Ortes 1956 besuchten ca. 1300 Zuschauer das Bezirksklassenspiel Effelder gegen Meng.-Hämmern. Eine solche Zuschauerkulisse wurde bis heute nie wieder erreicht.

Im Spieljahr 1959 stieg Effelder zum ersten Mal in die zweigeteilte Bezirksliga auf. Diese Klasse konnte aber nicht gehalten werden und erst 1967 wurde Effelder wieder Kreismeister und stieg erneut auf. In dieser Saison gelang nach Siegen über Neuhaus-Schierschnitz, Fehrenbach und Oberschönau der Sprung uns FDGB-Pokalhalbfinale des Bezirkes, wo dann gegen Oberlind klar verloren wurde.

In den 70er Jahren trugen sich die Effelder Kicker mehrfach in die Ehrentafel des KFA ein. Zweimal wurden die Männer (1970, 1977) Kreismeister. Die hervorragende Nachwuchsarbeit der Hinterländer, die viele talentierte Spieler in ihren Reihen hatten – Jürgen Scheler-Eckstein wurde 1975 zum FC Rot-Weiß Erfurt delegiert – trug ihre Früchte. Zweimal wurden die Schüler (1974, 1975) und 1973 die A-Junioren Kreismeister.

1976 wurde die BSG Spielwaren Effelder gegründet. Damit verbesserten sich die finanziellen und materiellen Voraussetzungen deutlich.

In den 80er Jahren machten die Effelder Fußballer ihren Fans viel Freude. Dreimal (1982, 1983, 1984) in Folge wurde die BSG Spielwaren Effelder Kreismeister und im dritten Anlauf – es war im Jubiläumsjahr 1984, als der Verein 75 Jahre alt wurde - schaffte Effelder endlich den Sprung in die Bezirksklasse. In diesem Jahr fand auch ein Sportlerforum mit den Skisprungweltmeister Hans-Georg Aschenbach und dem Vierschanzentourneesieger Horst Queck statt.

Ein historisches Ergebnis war der 11:1-Kantersieg gegen den Ortsrivalen Mengersgereuth-Hämmern am 2.Oktober 1985. Effelder war in der Bezirksklasse ein geachteter und gefürchteter Gegner. Mitte der 80er Jahre wurde durch die Sportler auch das heutige Sportheim in Eigenleistung erbaut. Der Aufschwung des Effelder Sportes war eng mit dem Vorsitzenden Manfred Pasold verbunden, der die Geschicke des Sports 16 Jahre leitete.

1984 FB BezirksklasseSC 09 Effelder 1984 – Aufsteiger zur Bezirksklasse.

Hinten v.l.n.r.: Bernd Strecker (ÜL), Herbert Brückner (ÜL), Andreas Göhring, Horst Thaler, Claus-Peter-Fischer, Harald Müller, Stephan Krasemann, Wolfgang Döhler, Thomas Scheler-Eckstein.

Vorne v.l.n.r.: Günter Scheler-Eckstein, Andreas Kob, Klaus Kuot, Fredy Stammberger, Jürgen Eckstein, Günter Kuot, Bodo Müller, Horst Kuot.

Neben dem Fußball können auch die Effelder Tischtennisspieler auf großartige Erfolge zurückblicken. Siegfried Malter, über zwei Jahrzehnte Sektionsleiter, sorgte von Beginn an für eine kontinuierliche Arbeit. Bereits im Gründerjahr der Abteilung 1968 wurde Effelders Mannschaft Kreismeister. Nachdem die Sporthalle 1973 fertiggestellt wurde, verbesserte sich die materiell technische Basis. Im Jahr 1981 wurde Effelder erneut Kreismeister und gehört seitdem zum festen Inventar in Südthüringen. Die stets vorbildliche Arbeit in der Sektion trug 1987 die nächsten Früchte. Die Sektion wurde für ihre vorbildliche Arbeit vom Präsidium des DTTV ausgezeichnet. Parallel wurde die Schüler- und die Jugendmannschaft Bezirksmeister. Bei der DDR-Meisterschaft (Vorrunde) wurde die Schülermannschaft in Leipzig Zweiter und André Schoder holte bei den DDR-Meisterschaften der Schüler (AK 13/14) die Bronzemedaille im Doppel.

DDR-Meisterschaft/Schüler:

1. Einheit Dresden Mitte 29:14 5:1
2. Spielwaren Effelder 29:16 5:1
3. Lok Leipzig-Engelsdorf 21:22 2:4
4. Post Zeulenroda 5:30 0:6

 

SC 09 Effelder Schüler – Bezirksmeister 1988

1988 TT BezirksmeisterV.l.n.r.: Ronny Leuthäuser, Jürgen Eckstein (ÜL), Maik Hertha, André Schoder, Dirk Lutherdt.

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